seokomm
Allgemein · 24. November 2012 von

SEOkomm 2012 Recap

Als letzte große Veranstaltung im Jahr 2012 stand die SEOkomm in Salzburg an. Die Konferenz, die von Christoph Cemper und Oliver Hauser organisiert wird, genießt ja einen durchaus guten Ruf und daher war es kein Wunder, dass die Konferenz dementsprechend besucht war.

Keynote: The next BIG thing! – Marcus Tandler

keynote-seokomm-marcus-tandlerDie SEOkomm wurde mit der Keynote von Marcus eröffnet, der dem Publikum mit über 400 Slides eine sehr gute Unterhaltung inkl. Denkanstöße lieferte. Zu beginn ging Marcus auf das Thema Links ein und dass Google eben das Problem eines Link bezogenen Algos hat. Erst wurde versucht, das Problem mit dem Nofollow Tag dem Webmaster zu übergeben. Dieses sei aber bei der internen Verlinkung zunehmend „missbraucht“ worden, so Marcus. Googles nächster Schritt war der Pinguin. Hier wurden Seiten abgestraft, die “übermäßiges” Linkbuilding betrieben. Mit dem zunehmende „verraten“ von Links und Linkquellen nach dem Update, wurde natürlich auch der Pinguinalgo gefüttert, so Marcus, denn die Reports kamen ja den denen, die wussten, was sie taten. Dass dann folgende Disavow Tool ist Googles Geständnis, dass ihr Mantra, dass man mit „externen Links einer Seite nicht Schaden kann“, makulatur. Das Disavow Tool ist ein „SPAM Tool 2.0“, quasi eine Art „Selbstanzeige“, so Marcus.

Marcus führte weiter aus, dass Bandkeys in Kombi mit einem Money-Keyword das „SEO-Gold“ sind. Der Brand muss sich im Linkprofil wiederspiegeln. Mit Pinguin und anderen Updates erzieht Google auch die SEO Kunden, da sie nicht mehr bereit sind, sich jeden Mist andrehen zu lassen.

Daher ist Content Marketing wichtiger denn je. Aber, man darf es halt nicht nur einmal machen, kein „One Hit Wonder“ sein, man muss immer wieder wiederholen. Eine gute Research ist hier sehr entscheidend. Finde heraus, was schon einmal in deiner Branche funktioniert hat, z.B. mit der Searchmetrics Social Visibility.

Google Plus ist kein Social Network, eher ein Social Layer über alle Google Produkte und Social hat sowohl die Art und Weise der Suche verändert, also auch die Erwartungen des Suchenden. Wichtig in diesem Zusammenhang sind die Autoren und die Leute, die es sharen Es geht also nicht nur darum, wie viele Shares und Linkes ich habe, sondern auch von wem. Metriken alleine haben hier keinen Sinn.

Die Implementiert rel=author wird immer wichtiger. Was aber seiner Meinung wirklich die Zukunft ist, ist Traffic. Google hat Chrome, Toolbar, Google+ Button, Doubleclick, Analytics, Adsense und und und. Dadurch sammelt Google alle Möglichen Infos, wie Referrer und Clickverhalten. Hier liegt die Zukunft, so Marcus.

Social SEO – Eine Evolution des SEO – Marcus Tober

marcus-toberMarcus stellt wieder eine Rankingstudie vor, dieses Mal auch erweitert um Daten aus Österreich. Marcus stellte heraus, dass im Vergleich zu Deutschland es in Österreich mehr Links braucht (Rankingkorrelation ist höher) und dass das Keywords in der Domain in Österreich mehr Vorteile bringt als in Deutschland. Was die Korrelation von Twitter und Facekook Likes betrifft, berichtet Marcus darüber, dass die Korrelationen von 2011 zu 2012 gleich geblieben sind.

Bei Social sind auch Themen wichtig wie Traffic, CTR, Verweildauer und SERP Bounce Rate und Google wird zukünftig versuchen, den Trafficstrom zu messen. Tests mit Chrome zeigten, dass Google Chrome nicht zur Indexierung für URLs nutzt. Google+ ist für die Indexierung von URLs besser als Facebook, Twitter oder Pinterest. Scheinbar scheint bei Shares nicht die Menge entscheidend zu sein. Auch das Authorship Markup wird immer wichtiger, weil Googles so erkennen kann, wer welchen Content wo schreibt und ob dieser Autor in diesem Bereich relevant ist. Die Leute, die den Content schreiben bekommen zukünftig den Trust. Zukünftig wird die Domainübergreifende Nutzung des Authorships wichtig, die es momentan so noch nicht gibt. Social, so Marcus, wird die Suche weit nach vorne bringen.

Wiederkehrende Fragen der Onlineshop Optimierung – Marco Janck

Marco begann seinen Vortrag mit dem Thema Vision und Leidenschaft. Wenn Brands nicht das Problem sondern die Lösung sind, dann ist Leidenschaft das, woraus die Brands entstehen.

Er schwänkte dann zum Thema interne Verlinkung für Shops und knüpfend an die Diskussion von Marcus Tober und Dominik auf den Seoday an. Für ihn ist die Anzahl von internen durchaus entscheidend. Klar, wenn ich Amazon oder Zalando bin, dann haben die einen ganz anderen Linkjuice als ein kleiner Mittelständler mit eigenem Shop. Hier meinte Marco, dass aus seiner Erfahrung meist doch der erfolgreicher ist, der eine kleinere und fokussierte interne Verlinkung hat.

Marco warnte etwas vor dem aktuellen Trend, einfach etwas nachzubauen (z.B. ein mega Dropdown Menu), was angeblich funktioniert, ohne darauf zu achten, ob das für einen selbst relevant ist. Teaserlinks zu einer Kategorie ist eine klare Aussage darüber, dass diese Kategorie wichtig ist.

Auch in Punkto Footerlinks bei Shops vertrat Marco die Meinung, dass hier durchaus auch mal hinterfragen kann, ob den ein anlinken aller Kategorien sein muss. Warum hier nicht einfach mal was zusammenfügen und Links sparen. „Jeden Link hinterfragen, da die Linkmenge relevant ist.“ Das trifft für Marco auch auf alle Landingpages und Unterseiten zu.

Unter dem Stichwort „Shopschlachtung“ sprach Marco das Problem an, dass manche kleineren Shops in ihren Kategorien „zu groß“ denken und eine dementsprechenden Kategoriearchitektur haben. Hier sei aber nicht selten eine Spezialisierung sinnvoller, auch wenn hier eine komplette Veränderung der Informationsarchitektur notwendig ist.

„Above the fold“ ist das Schaufenster eines Online-Shops, so Marco. Hier muss der User abgeholt werden und hier sollte man versuchen, mehr Content bereitzustellen, so Marco.
Denn der Mensch, so Marco, muss wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Sprecht die Emotionen eurer Zielgruppe an und wenn ihr sie nicht kennt, erforscht sie!

Bei Thema Links für Shops meinte Marco, dass Linke ein „wertvolles Gut“ sind bzw. werden. Daher sollte man klar wissen, welche Kategorien in einem Shop einem wichtig sind, aber den Brandbereich nicht auslassen, im Gegenteil.
Zum Abschluss gab Marco dann noch einen Tipp für alle im Raum: „Nicht labern – machen“. Habt bock auf euer Projekt.

20 SEO Case Studies – Markus Hövener

markus-hoevenerMarkus hatte einige interessante Cases aus seiner Agenturerfahrung mitgebracht. Einige von dieses haben wir hier festgehalten.
Fantasievolle Produktbezeichnungen
Oft nicht generisch Begriffe als Produktbezeichnungen. Nach nicht generischen Produkten wird einfach seltener gesucht. Daher ggf. Fantasieproduktnamen immer mit Realbezeichnung „mappen“.

Negative Linkbuilding
Kunde bekam „blauen Brief“
Abbauquote war 20%, aber keiner, bei dem Abgebaut wurde, hat nach einer „Legitimation“ gefragt.

Eigene Webseiten von Franchisenehmern
Franchiseunternehmen haben eigene Webseiten aufgebaut, was nicht im Sinne des Franchisegebers war. Hier sollte man ggf. recherchieren und eine Verlinkung verlangen.

Was kann der Kunde
Manche Sachen sollte vielleicht eher der Kunde machen und nicht die Agentur im Name des Kunden. Gerade beim Anfragen von Verlinken.

Partnerverträge
Schreibt in Partnerverträge eine einseitige Verpflichtung zum verlinken.

Kunden/Agentur Kommunikation
Stetiger Austausch zwischen Kunde und Agentur. Abboniert ihre Newsletter etc.Sie vergessen gerne, euch wichtige Informationen zu geben.

301 Redirects beim Relaunch
Bei einem Relaunch immer mit 301 Redirects die alten URLs auf die neuen URLs.

Content is King fail
Contenttest vorgenommen. Das Mantra: „Du brauchst nur guten Content, die Links kommen von alleine.“ Ist aus seiner Sicht völlig haltlos.

SEO Fehler der PR Agenturen
Gelegentlich überschätzen PR-Agenturen ihre SEO Fähigkeiten und lasst das Unternehmen nichts alleine machen. Das geht meistens schief.

Mustern in den Suchanfragen
Sucht nach Mustern in den Suchanfragen und überlegt, ob ihr die Seitenarchitektur daran anpassen könntet. (z.B. Thema Anleitungen)

Wert eines Links
Wer kennt den Wert nicht, ist aber selbst gut verlinkt? Könnte ich da also mal nach einem Link fragen, z.B. religiöse Einrichtungen oder kommunale Einrichtungen.

Kundenerwähnung ohne Link
Wer veröffentlicht den Namen meines Kunden und verlinkt nicht drauf. Kann ich die ansprechen? Z.b. bei Sponsoring.

„Black-Hat“ Protection: Negative SEO verstehen & verhindern – Bastian Grimm

bastian-grimm
Bastian Grimm plaudert mal wieder aus dem Nähkästchen – dieses Mal zum Thema „Negative SEO Protection“ (Slides hier). Bastian leitet seinen Vortrag mit dem Statement ein, dass nach dem Thema Negative SEO gesucht wird, also scheint es ein Thema zu sein. Googles eigenen Statements zum Thema sind eindeutig nicht mehr ernst zu nehmen: Google vertrat einst die Meinung, dass negatives SEO nicht existiere, jetzt launchen sie das Disavow Tool. Klares Google Fail, so Bastian. Negative SEO existiert, seit Google Links als Bewertungskriterium heranzieht. Zielsetzung beim negative SEO müsste es also sein, mehrere kritische Schwellenwerte zu überschreiten. Dazu sucht man sich einfach die Unterseiten heraus, die eh schon am kritischen Schwellenwert kratzen. Bastian nannte auch einige Indikatoren, die vermutlich eher gepaart beim Thema negativ SEO auftreten würden. Das sind u.a.

  • Rankinverluste
  • Spikes im Linkgraphen
  • Plötzlicher Anstieg von vielen neuen C-Class Links
  • „dreckige“ Linktexte
  • Auch Contentdiebstahl könnte herangezogen werden.

Schutzmaßnahmen, die man unter anderem ergreifen könnte, wären

  • Copyscape: Schützt euren Content
  • Nutzung von Scripten wie Link Building Pro
  • Keine Publikation von vollständigen RSS-Feeds
  • GWT Notification Weiterleitung einrichten
  • LRT Link Notification
  • Linkwachstum
  • Google Alerts einrichten, auch mit Site-Query
  • Solides Linkprofil aufbauen

Aber, so Bastian auch ganz deutlich: Es gibt keinen 100% vor negative SEO. Die Disavow Tool Meldungen ist seiner Meinung nach grenzwertig. Google kann ja davon ausgehen, dass die die da reporten, wissen, was sie getan haben. Darüber hinaus sagt Google nicht, ob es bei einer Webseite funktioniert, da es hier kein Feedback gibt. Es gibt auch keine offiziellen Angaben zu eventuellen Zeitrahmen, wann und ob es ggf. funktioniert

Die Webmaster bekommen hier kein Feedback. Auch das ist ein klarer Fail. Insgesamt eine der besten Sessions für mich. Darüber hinaus hat Bastian noch ein eigenes Maleware Tool vorgestellt – bluemonitore.net. Sollte man Sich sicherlich mal ansehen.

30 Minuten um 20 Links mehr!

20-links-30-minuten
Coole Session mit Andi Bruckschlögl, Bastian Grimm, Oliver Hauser, Dominik Wojcik
But sorry, no comment!

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Andor Palau arbeitet im Online Marketing mit einer starken Fokussierung auf Suchmaschinenoptimierung und ist als eigenständiger Berater sowie Inhouse im Online Marketing tätig. Seine Schwerpunkte liegen dabei im technischen und strategischen SEO, sowie in der WordPress Optimierung.